Vielleicht geht es euch wie mir, sobald der Duft von frischer Grießklößchen-Suppe durch das Haus zieht und sich diese feine Note von Muskatnuss dazugesellt, bin ich sofort wieder sechs Jahre alt. Ich sitze in der Küche meiner Oma, die Fenster sind leicht beschlagen, und auf dem Herd simmert der große Emaille-Topf. Es hatte fast etwas Magisches, wie sie aus so simplen Zutaten wie Grieß, Ei und Butter diese fluffigen, wolkenweichen Klößchen zauberte, die auf der Zunge förmlich zergingen.
Grießklößchensuppe ist das Gericht, das bei uns auf den Tisch kam, wenn jemand Aufmunterung brauchte, wenn eine Erkältung im Anmarsch war oder wenn wir einfach etwas zu feiern hatten. Es ist ein ehrliches Gericht. Es verstellt sich nicht. Es braucht keine exotischen Gewürze oder komplizierte Techniken, um zu glänzen. Aber, und das ist das Entscheidende, es braucht Liebe und ein paar kleine Kniffe, damit die Klößchen eben nicht zu harten „Gummibällen“ werden oder im schlimmsten Fall in der Suppe einfach zerfallen.
In diesem Beitrag möchte ich euch mitnehmen auf eine kleine Reise zum perfekten Grießklößchen. Wir lassen den Stress des Alltags beiseite und konzentrieren uns auf das Wesentliche. Wir schauen uns an, warum diese simple Kombination aus Hartweizengrieß und Ei so unschlagbar gut schmeckt, welche Vorteile die einzelnen Zutaten eigentlich mitbringen und ich verrate euch die Geheimnisse, die meine Oma mir damals verraten hat. Packt die Kochschürze aus, wir machen uns eine Freude!
Warum Grießklößchen super lecker sind!
Man fragt sich oft, warum manche Rezepte über Generationen hinweg überleben, während andere Trends nach drei Monaten wieder verschwinden. Hier sind die Gründe, warum die Grießklößchensuppe ein ewiger Champion bleibt:
-
Die perfekte Konsistenz: Wenn sie richtig gemacht sind, bieten die Klößchen einen minimalen Widerstand beim Hineinbeißen, nur um dann sofort cremig und weich zu werden. Dieses Spiel zwischen Struktur und Fluffigkeit ist absolut befriedigend.
-
Geschmackliche Nostalgie: Der feine Buttergeschmack in Verbindung mit der herben Würze der Muskatnuss weckt sofort positive Erinnerungen. Es schmeckt nach Zuhause, egal wo man gerade ist.
-
Schnelligkeit und Einfachheit: Ihr braucht keine Voranmeldung und müsst nicht erst in drei verschiedene Bio-Märkte fahren. Die Zutaten hat man eigentlich immer im Vorratsschrank. In 40 Minuten steht das Glück auf dem Tisch.
-
Maximale Bekömmlichkeit: Grießklößchen sind extrem magenschonend. Sie schenken Energie, ohne schwer im Magen zu liegen, ideal also auch als Vorspeise oder leichtes Abendessen.
-
Das „Eischwer-Prinzip“: Dieses Rezept nutzt eine uralte Maßeinheit, die so genial ist, dass sie nie versagt. Da Eier unterschiedlich groß sind, passt sich die Menge an Grieß und Butter immer perfekt an. Das sorgt für Gelinggarantie, egal ob ihr ein S- oder XL-Ei verwendet. (Wiegt einfach das Ei mit Schale und nehmt dieses Gewicht für die anderen Zutaten!)
Grießklößchen Zutaten:
Bevor wir mit der Zubereitung dieses Grießklößchensuppe Rezepts beginnen, bereite die Zutaten vor,
damit der Kochvorgang reibungslos und einfach verläuft. Dies sind einige der Hauptzutaten für dieses Rezept. Die vollständigen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unten.
-
1 Ei (Zimmertemperatur): Das Ei ist der Kleber des Ganzen. Es sorgt für die Bindung und gibt den Klößchen durch das Protein die nötige Struktur, damit sie beim Kochen nicht auseinanderfallen. Zimmertemperatur ist wichtig für die Emulsion mit der Butter!
-
Flüssige Butter (Eischwer): Butter ist der Geschmacksträger Nummer eins. Durch das Abwiegen (eischwer) bekommt der Teig genau die richtige Menge Fett, um die Grießklößchen zart und geschmeidig zu machen. Ein wahrer Gaumenschmeichler.
-
Hartweizengrieß (2x Eischwer)Hartweizengrieß hat einen höheren Proteingehalt als Weichweizen. Das sorgt dafür, dass die Klößchen zwar weich werden, aber ihren „Biss“ (al dente) nicht ganz verlieren. Er quillt perfekt auf und sättigt nachhaltig.
-
Etwas Salz: Ohne Salz fehlt die Tiefe. Es hebt die natürliche Süße des Getreides und das Aroma des Eies hervor. Selbst in der kleinsten Menge ist es unverzichtbar für ein rundes Geschmacksprofil.
-
Muskatnuss: Das „Geheimgeheimnis“. Muskatnuss gibt dem Grieß eine leicht holzige, warme Note, die perfekt mit der Butter harmoniert. Es macht die Suppe charaktervoll und unverwechselbar.
Schritt für Schritt Anleitung – Grießklößchen / Grießnockerlsuppe
Das vollständige GrießklößchensuppeRezept findest du weiter unten auf der Rezeptkarte.
Schritt 1: Weiche Butter mit einem Rührgerät aufschlagen.
Schritt 2: Das gleiche Gewicht an Eier dazugeben und weiter aufschlagen. Mit Salz und Muskatnuss würzen.
Schritt 3: Das Hartweizengrieß dazugeben, gut miteinander vermengen und dann für 15 Minuten im Kühlschrank durchziehen lassen.
Schritt 4: Den Teelöffel vor jedem formen eines Grießklößchens in kaltes Wasser heben, etwas Teig mit dem Teelöffel nehmen und am Handballen zu kleinen Grießklößchen formen.
Schritt 5: Die Klößchen in siedendes Wasser geben und für 20 Minuten mit offenem Deckel und weitere 20 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Sollten sie noch zu fest sein, dann einfach noch etwas köcheln lassen!
Schritt 5: Mit einer kräftigen Rinderkraftbrühe und etwas Schnittlauch kannst du die Grießklößchensuppe nun genießen!
Geheimtipps für das Grießklößchensuppe Rezept
-
Die Ruhezeit ist heilig: Mischt den Teig zusammen, aber habt dann Geduld! Der Grieß braucht Zeit, um die Flüssigkeit des Eies und die Butter aufzusaugen und zu quellen. Wenn ihr die Klößchen sofort formt und ins Wasser werft, sind sie oft im Kern noch trocken oder werden außen zu labberig. Lasst den Teig mindestens 15 bis 20 Minuten im Kühlschrank ruhen. Er sollte danach eine feste, formbare Konsistenz haben.
-
Sieden, nicht Kochen!: Das ist der häufigste Fehler! Die Klößchen werden in sprudelnd kochendes Wasser geworfen. Das zerstört die feine Oberflächenstruktur und lässt sie zerfleddern. Das Wasser (oder die Brühe) sollte nur leicht sieden (simmern). Sobald die Grießklößchen oben schwimmen, schaltet die Hitze noch weiter runter und lasst sie bei geschlossenem Deckel gar ziehen. So bleiben sie formschön und fluffig.
Wenn ich heute in meiner Küche stehe und Grießklößchen mache, dann ist das für mich fast wie eine Meditation. Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal, als ich es alleine versucht habe. Ich war jung, gerade in meine erste eigene Wohnung gezogen und hatte schreckliches Heimweh. Ich dachte: „Wie schwer kann das schon sein?“
Ich hatte keine Waage und habe die Mengen einfach geschätzt. Das Ergebnis? Die Klößchen waren so hart, dass man damit wahrscheinlich eine Fensterscheibe hätte einwerfen können. Ich saß deprimiert vor meinem Teller und rief meine Mutter an. Sie lachte nur und sagte: „Kind, du musst das Ei wiegen! Und gib dem Grieß Zeit zum Atmen.“
Dieser Rat hat mich geprägt, nicht nur beim Kochen. Oft wollen wir im Leben alles sofort und erzwingen. Aber genau wie der Grießteig brauchen auch wir manchmal diese 20 Minuten Ruhezeit, um uns zu festigen, um bereit zu sein für das, was kommt.
Mein persönlicher Tipp für euch, wenn ihr die Grießklößchen formt, taucht den Teelöffel vor jedem Klößchen kurz in kaltes Wasser. Dadurch löst sich der Teig perfekt vom Löffel und die Oberfläche wird spiegelglatt. Und noch etwas, macht ruhig die doppelte Menge! Grießklößchen schmecken am nächsten Tag, wenn sie so richtig schön durchgezogen sind, fast noch besser. Man kann sie auch wunderbar in Scheiben schneiden und in der Pfanne mit etwas Ei anbraten, ein echtes Reste-Essen-Highlight.
Kochen ist für mich keine Pflicht, sondern eine Art, sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun. Es geht nicht darum, ein perfektes Foto für Instagram zu produzieren. Es geht darum, wie es sich anfühlt, wenn der erste Löffel dieser warmen, würzigen Suppe den Gaumen berührt. Wenn ihr also das nächste Mal einen stressigen Tag hattet, lasst den Lieferdienst links liegen. Holt die Packung Grieß raus, schlagt ein Ei auf und nehmt euch diese paar Minuten Zeit für euch selbst.
Es sind die einfachen Dinge, die uns erden. Ein Teller Grießklößchensuppe ist wie ein Anker in einer stürmischen Welt. Ich hoffe, dieses Rezept bringt euch genauso viel Wärme und Freude wie mir über all die Jahre.
Habt ihr auch so ein Gericht, das euch sofort zurück in die Kindheit katapultiert? Oder habt ihr vielleicht sogar eine ganz eigene Variante der Grießklößchen, zum Beispiel mit frischen Kräutern wie Schnittlauch oder Petersilie im Teig? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare, ich liebe es, eure Geschichten zu lesen und neue Inspirationen zu sammeln!
Genießt jeden Löffel, lasst es euch schmecken und vor allem: Lasst euch nicht stressen.

Einfache Grießklößchen – schnelle Grießnockerlsuppe
Zutaten
- 1 Ei Zimmertemperatur
- 1 Eischwer flüssige Butter
- 2 Eischwer Hartweizengrieß
- Etwas Salz
- 1 Msp Muskatnuss
Anleitung
- Weiche Butter mit einem Rührgerät aufschlagen.
- Das gleiche Gewicht an Eier dazugeben und weiter aufschlagen. Mit Salz und Muskatnuss würzen.
- Das Hartweizengrieß dazugeben, gut miteinander vermengen und dann für 15 Minuten im Kühlschrank durchziehen lassen.
- Einen Teelöffel vor jedem formen eines Grießklößchens in kaltes Wasser heben, etwas Teig mit dem Teelöffel nehmen und am Handballen zu kleinen Grießklößchen formen.
- Die Klößchen in siedendes Wasser geben und für 20 Minuten mit offenem Deckel und weitere 20 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Sollten sie noch zu fest sein, dann einfach noch etwas köcheln lassen!
- Mit einer kräftigen Rinderkraftbrühe und etwas Schnittlauch kannst du die Grießklößchensuppe nun genießen!

0 Kommentare